Koalition „We Mean Business": Neue Umfragen zeigen, dass die Wirtschaft weltweit angesichts der Schwankungen bei den Preisen für fossile Brennstoffe die Umstellung auf saubere Energie mit überwältigender Mehrheit unterstützt

15.06.2026

LONDON, 15. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Eine wegweisende weltweite Umfrage unter Führungskräften aus 18 Ländern zeigt eine überwältigende Zustimmung für einen raschen Übergang zu elektrifizierten Volkswirtschaften, die überwiegend mit Strom aus erneuerbaren Energien aus dem en Bereich betrieben werden.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die geopolitische Instabilität den bereits bestehenden Wandel der Wirtschaft hin zu einer sauberen Elektrifizierung beschleunigt, dass jedoch die Energiesysteme, Stromnetze und politischen Rahmenbedingungen nicht Schritt halten können.

Während die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten anhalten und sich die Staats- und Regierungschefs der G7 in Evian versammeln – vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und globale Schwachstellen –, geben 91 % der Führungskräfte aus der Wirtschaft an, dass die Elektrifizierung die Energiesicherheit verbessern würde, und 79 % sagen, dass die Instabilität die Umstellung ihres eigenen Unternehmens auf Elektrifizierung dringlicher gemacht habe.

Die Daten, die Ende April erhoben wurden, als die Straße von Hormus noch gesperrt war, zeigen, dass Führungskräfte in allen befragten Ländern eine rasche Abkehr von fossilen Brennstoffen befürworten; 90 % gehen davon aus, dass ihre Betriebe bis 2035 elektrifiziert sein werden.

Die Umfrage folgt auf einen Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA), wonach wiederholte Energiekrisen die Investitionsprioritäten von Regierungen und Unternehmen neu definieren, während die Gastgeber der COP31, die Türkei und Australien, sowie die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) zu verstärkten weltweiten Anstrengungen aufgerufen haben, Fahrzeuge, Industrie und Gebäude mit Strom statt mit fossilen Brennstoffen zu betreiben.

Die Daten zeigen, dass 90 % der befragten Führungskräfte der Ansicht sind, dass der Übergang zu einem auf erneuerbaren Energien basierenden Stromsystem in ihrem Land das Wirtschaftswachstum ankurbeln dürfte, und 88 % geben an, dass die Elektrifizierung ihrer Betriebsabläufe die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens steigern wird.

Allerdings geben 72 % der Befragten an, dass die Politik hinterherhinkt.

Einschalten: „Business Perspectives on Electrification" warnt davor, dass Länder, die die Elektrifizierung nicht vorantreiben, Gefahr laufen, gegenüber stärker elektrifizierten Volkswirtschaften ins Hintertreffen zu geraten. 62 % der Befragten gaben an, dass sie eine Verlagerung ihrer Betriebe in Betracht ziehen würden, sollte ihre Regierung keine ausreichende Unterstützung für die Elektrifizierung bieten.

Die Umfrage, die in wichtigen Industrieländern und Schwellenländern durchgeführt wurde, wurde von E3G, der „We Mean Business"-Koalition und der Global Renewables Alliance in Auftrag gegeben und unterstreicht die wachsende Nachfrage der Wirtschaft nach einer sauberen Elektrifizierung als Strategie für Energiesicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum sowie zur Bekämpfung des Klimawandels.

Es wurden Führungskräfte mittelständischer und großer Unternehmen in Australien, Brasilien, China, Kolumbien, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Japan, Kenia, Nigeria, den Philippinen, Polen, Südafrika, Südkorea, der Türkei, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten befragt.

Die vollständige Pressemitteilung und den Bericht finden Sie hier.

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Taufliegen als Indikatoren: Urbanisierung spiegelt sich in Wiens Insektenwelt wider

15.06.2026

Die Artenvielfalt von Taufliegen (Drosophila) im Raum Wien ist in den vergangenen drei Jahrzehnten massiv eingebrochen. Forschende des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien berichten, dass die Zahl der in der Stadt nachgewiesenen Arten im Vergleich zu einer Erhebung aus dem Jahr 1994 um rund 50 Prozent gesunken ist. Die Ergebnisse, die nun im Fachjournal „Ecology and Evolution“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass vormals häufige Arten durch zugewanderte Taufliegen verdrängt worden sein könnten.

Grundlage der aktuellen Analyse ist das Citizen-Science-Projekt „Vienna City Fly“, das 2024 einfache Fliegenfallen an freiwillige Laienforscher in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland verteilte. Die zurückgesandten Proben wurden für die nun publizierte Studie gezielt auf Fänge in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen beschränkt – also auf Innenräume, Balkone und Gärten. Damit liegt ein detailliertes Bild jener Drosophila-Gemeinschaft vor, die besonders eng an vom Menschen geprägte Lebensräume gebunden ist.

Insgesamt wurden mehr als 18.000 Taufliegen gesammelt und taxonomisch bestimmt; dabei identifizierte das Team um NHM-Forscher Martin Kapun 13 Drosophila-Arten. Bemerkenswert ist der Nachweis zweier Arten, die bislang in Österreich nicht registriert waren: Drosophila (D.) mercatorum und D. virilis. D. mercatorum ist ursprünglich in den USA, Mexiko und Südamerika verbreitet und wurde im vergangenen Jahrhundert nach Europa eingeschleppt, D. virilis stammt aus Asien und hat sich erst seit relativ kurzer Zeit über die nördliche Hemisphäre ausgebreitet.

Die Zusammensetzung der Populationen zeigt eine deutliche Verschiebung hin zu wenigen dominanten Generalisten. D. mercatorum mit rund 8.800 Nachweisen und die Modellorganismus-Art D. melanogaster mit etwa 6.700 Funden waren die mit Abstand häufigsten Spezies in den Proben. „Dominiert wird die Drosophila-Population im Wiener Stadtgebiet von Generalisten mit starker Affinität zum Menschen“, erklärte Kapun der Austria Presse Agentur zufolge. Die Ergebnisse unterstreichen, dass zunehmende Verbauung und die starke Prägung durch menschliche Siedlungen mit einem Rückgang der Biodiversität einhergehen können – auch bei unscheinbaren Insekten, die als wichtige Indikatoren für den Zustand urbaner Ökosysteme gelten.