Von der Vision zur Umsetzung: GECC startet die Global Energy Circular Economy Coalition sowie Leitlinien für das zirkuläre Design von Batterien

30.06.2026

LONDON, 30. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Am 22. Juni kündigten CATL und die Ellen MacArthur Foundation – gemeinsam mit BMW, Renault, Volvo, Google, Xiaomi sowie weiteren Branchenführern und Stakeholdern – auf dem Climate Innovation Forum, der Leitveranstaltung der London Climate Action Week 2026, zwei neue Initiativen im Rahmen von CATLs Global Energy Circularity Commitment (GECC) an, das in strategischer Partnerschaft mit der Ellen MacArthur Foundation entwickelt wurde. Zu den Initiativen gehören Richtlinien für ein kreislauforientiertes Batteriedesign, um die Kreislaufwirtschaft über den gesamten Lebenszyklus einer Batterie hinweg zu verankern, sowie eine Unternehmenskoalition zur Beschleunigung der politischen, investitionsbezogenen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die erforderlich sind, um kreislauforientierte Geschäftsmodelle zur Branchennorm zu machen.

Bis 2040 wird allein der weltweite Markt für Batterierecycling voraussichtlich 1,2 Billionen RMB überschreiten und mehr als 10 Millionen Arbeitsplätze schaffen, während die Internationale Energieagentur davon ausgeht, dass sich die Nachfrage nach batteriekritischen Mineralien im gleichen Zeitraum verfünffachen wird. Um diesen Bedarf nachhaltig zu decken, sind nicht nur größere Recyclingkapazitäten erforderlich, sondern auch gemeinsame Konstruktionsstandards und Geschäftsmodelle, die dafür sorgen, dass Materialien länger produktiv genutzt werden.

CATL war der erste Batteriehersteller, der 2025 in seinen Kerngeschäftsbereichen CO₂-Neutralität erreichte – zertifiziert nach ISO 14068-1 –, wobei bis 2035 die CO₂-Neutralität entlang der gesamten Wertschöpfungskette angestrebt wird. Ein Großteil der verbleibenden Herausforderungen liegt eher im Bergbau und in der Rohstoffverarbeitung als in der Fertigung. Die Kreislaufwirtschaft wird eine zentrale Rolle dabei spielen, den zukünftigen Bedarf zu decken, ohne dass die Gewinnung von Neumaterialien proportional zunimmt. Die angekündigten Initiativen zielen darauf ab, die gemeinsamen Rahmenbedingungen zu schaffen, die erforderlich sind, um diesen Übergang zu beschleunigen.

Zuvor am selben Tag hatten CATL und Octopus Energy auf dem „Energy Tech Summit" von Octopus Energy Europas erstes Joint Venture für den Batteriewechsel angekündigt, das bis 2035 300.000 Elektro-Lkw und 30 Standorte in ganz Europa zum Ziel hat, wobei die ersten Standorte 2027 in Großbritannien eröffnet werden sollen. Die Partnerschaft veranschaulicht die Art von wirtschaftlich tragfähigem Kreislaufgeschäftsmodell, dessen Verbreitung die Koalition vorantreiben will.

Miranda Schnitger, Leiterin des Bereichs Klima bei der Ellen MacArthur Foundation: „Ansätze der Kreislaufwirtschaft waren entscheidend für die Bewältigung der 45 % der Emissionen, die durch unsere Produktions- und Konsumgewohnheiten entstehen."

Jiang Li, Vizepräsident und Vorstandssekretär bei CATL: „Letztes Jahr haben wir die Richtung vorgegeben: das Batteriewachstum von der Gewinnung neuer Rohstoffe zu entkoppeln. Heute beginnt die Branche damit, gemeinsame Regeln zu entwickeln, die dazu beitragen werden, dieses Ziel zu erreichen. Das ist nicht nur eine Chance für den Klimaschutz, sondern auch für die Industrie."

Greg Jackson, Gründer und CEO der Octopus Energy Group: „Indem wir Batterien so konzipieren, dass sie tausende Male ausgetauscht, optimiert, gemeinsam genutzt und wiederverwendet werden können, können wir den Wert der Materialien, die wir bereits haben, voll ausschöpfen, anstatt neue zu fördern. Deshalb ist unser Joint Venture mit CATL zum Batterieaustausch so wichtig: Wir nutzen die weltweit beste Hardware, kombinieren sie mit intelligenter Energietechnologie, um sie kostengünstiger und flexibler zu machen, und bauen ein vollständig autarkes Verkehrsnetz auf."

Initiative I: Leitlinien für kreislauforientiertes Batteriedesign

Die Leitlinien für kreislauforientiertes Batteriedesign legen eine gemeinsame Methodik für die Gestaltung kreislauforientierter Batterien in einer Vielzahl von Mobilitätsanwendungen fest. Als Gründungspartner bringt CATL praktische Erfahrungen aus der Batterieherstellung, dem Recycling und dem Servicebetrieb ein, um deren Entwicklung zu unterstützen. Die Methodik soll als Grundlage für Beschaffungsstandards, Rahmenbedingungen für Investoren und künftige regulatorische Diskussionen dienen, einschließlich der Weiterentwicklung der europäischen Batteriepolitik.

Die Richtlinien wurden entwickelt, um die Fragmentierung bei den Ansätzen zu Reparatur, Zweitverwendung und Recycling zu überwinden, und bieten eine gemeinsame Grundlage für den Vergleich der Kreislaufleistung auf dem gesamten Markt. Sie sollen Käufern bei der Bewertung von Produkten, Investoren bei der Einschätzung des langfristigen Werts und politischen Entscheidungsträgern als Referenz für einen einheitlichen Rahmen dienen.

Die Ellen MacArthur Foundation stellt eine neutrale Plattform bereit, über die Unternehmen entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette gemeinsame Grundsätze entwickeln können, die keine einzelne Organisation allein festlegen könnte. Die Arbeitsgruppe hat ihre Arbeit bereits aufgenommen; die Veröffentlichung ist für 2027 geplant.

Initiative II: Unternehmenskoalition für kreislauforientierte Geschäftsmodelle

Die Koalition für kreislauforientierte Geschäftsmodelle ist eine Politik- und Branchenplattform, die gegründet wurde, um die Einführung kreislauforientierter Geschäftsmodelle in den Bereichen Mobilität und Energie zu beschleunigen. Da der Batteriewechsel bereits an mehr als 1.650 Stationen in 127 chinesischen Städten funktioniert, verlagert sich der Schwerpunkt vom Nachweis der technischen Machbarkeit hin zur Schaffung der kommerziellen, regulatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen, die für eine internationale Skalierung erforderlich sind.

CATL bringt praktische Erfahrungen aus seinen „Battery-as-a-Service"- und Batteriewechsel-Geschäften ein, darunter die expandierenden Netzwerke Choco-Swap und QIJI, und liefert damit betriebliche Erkenntnisse, die einen breiteren weltweiten Einsatz unterstützen können.

Die Koalition strebt zudem die Festlegung gemeinsamer Ansätze zur Bewertung kreislauforientierter Batterieanlagen an, einschließlich Servicehistorie, Degradationsdaten und Wert im Zweitleben, um Investoren, Flottenbetreibern und politischen Entscheidungsträgern mehr Vertrauen zu geben und Marktunsicherheiten zu verringern.

CATL treibt kreislauforientierte Batteriesysteme voran

CATL baut die Kreislaufwirtschaft in allen seinen Geschäftsbereichen weiter aus. 2025 verarbeitete Brunp Recycling 210.000 Tonnen Altbatterien und gewann dabei 99,6 % des Nickels, Kobalts und Mangans zurück, wobei 80 % der zurückgewonnenen Materialien direkt in die Batterieproduktion von CATL zurückflossen.

Anstatt das Recycling als das Ende des Produktlebenszyklus zu betrachten, integriert CATL die Kreislaufwirtschaft als zusammenhängendes System in das Design, die Herstellung, die Nutzung und die Rückgewinnung von Batterien.

Darüber hinaus treibt CATL die Kommerzialisierung von Natrium-Ionen-Batterien voran und plant, ab September dieses Jahres die ersten Natrium-Ionen-Energiespeichersysteme an Kunden auszuliefern. Diese Initiative erweitert die Roadmap für Energiespeichertechnologien über Lithium, Kobalt und Nickel hinaus und verbessert so die Versorgungssicherheit bei den Rohstoffen sowie die Kostenstabilität.

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Purpurfarbene Busse statt Züge: Deutsche Bahn modernisiert Ostbayerns zentrale Magistrale

15.06.2026

Auf einer der wichtigsten Bahnachsen Ostbayerns ruht für ein halbes Jahr der reguläre Zugverkehr. Die DB InfraGO hat die Korridorsanierung der Strecke Obertraubling–Passau gestartet und die Verbindung weitgehend voll gesperrt. Von diesem Sonntag an bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember wird die Infrastruktur auf rund 120 Kilometern umfassend erneuert. Das Investitionsvolumen liegt nach Bahnangaben bei rund 1,3 Milliarden Euro inklusive Risikopuffer.

Die Arbeiten schließen unmittelbar an die seit Anfang Februar laufende Generalsanierung der stark befahrenen Strecke Nürnberg–Regensburg an, die bis 10. Juli abgeschlossen sein soll. Auf dem Abschnitt bis Passau erneuert die Bahn Gleise, mehr als 140 Weichen und etwa 90 Kilometer Oberleitungen. Mehrere Stellwerke werden ersetzt oder instand gesetzt, veraltete Relais‑Technik weicht moderner Elektronik. Hinzu kommen eine Eisenbahnüberführung und fünf Personenunterführungen; im Bereich Osterhofen muss an einer Moorstelle nahe der Donau der Untergrund aufwendig verfestigt werden. Acht Bahnhöfe werden modernisiert und mit höheren Bahnsteigen schrittweise barrierefrei ausgebaut – Arbeiten, die bis ins Frühjahr 2027 hineinreichen.

Für Reisende hat die Sanierung gravierende Folgen. Im Nahverkehr richtet die Bahn zusammen mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ein dichtes Netz an Schienenersatzverkehr ein. Rund 90 Busse sind auf sechs Linien unterwegs; sie und die Wegweiser sind in auffälligem Purpur gestaltet, um die Orientierung zu erleichtern. Im Fernverkehr entfallen die Züge zwischen Nürnberg beziehungsweise Regensburg und Passau sowie weiter nach Wien komplett. Fahrgäste Richtung Österreich werden auf Verbindungen über München verwiesen, zusätzliche Züge über Mühldorf und Salzburg sowie ein Ersatzbusangebot für Passauer Fernreisende sollen die Auswirkungen abfedern.

Aus der Politik kommt grundsätzliche Unterstützung, zugleich aber auch der Hinweis auf die Belastungen für Region und Wirtschaft. Der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange betonte, wer eine leistungsfähige, verlässliche Bahn wolle, müsse jetzt entschlossen modernisieren; am Ende profitierten Fahrgäste und Wirtschaftsstandort. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sprach mit Blick auf den kurzen Abstand zur Baustelle Nürnberg–Regensburg von einer zweiten großen Belastung binnen kürzester Zeit für Fahrgäste und Unternehmen in Ostbayern. Für die Bahn ist der Korridor zwischen Regensburg und Passau zugleich Testfeld für die Strategie, ganze Streckenabschnitte in gebündelten Sperrpausen grundlegend zu erneuern, um langfristig die Pünktlichkeit zu verbessern.