Die Krise innerhalb der Obrist Group hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nur wenige Wochen nach den Schließungen der Töchter Powertrain und Technologies sowie der deutschen Einheit Obrist DE hat nun auch die 1996 gegründete Stammfirma Obrist Engineering in Lustenau Insolvenz angemeldet. Die Gesellschafter um den Firmengründer Frank Obrist beantragten am Dienstag beim Landesgericht Feldkirch die Eröffnung eines Konkursverfahrens.

Auslöser für den Schritt war laut Gläubigerschutzverband KSV1870 eine Entscheidung der finanzierenden Hausbank. Das Institut weigerte sich, den Kontokorrentkredit des Unternehmens weiter zu verlängern, was die Liquidität massiv einschränkte. Zusätzlich belasteten enge geschäftliche Verflechtungen mit den bereits geschlossenen Tochtergesellschaften die finanzielle Stabilität der Stammfirma.

Die ungedeckten Verbindlichkeiten von Obrist Engineering belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro, wobei diese Summe fast ausschließlich aus Bankkrediten besteht. Im Gegensatz zu den Töchtern Powertrain und Technologies, die sofort geschlossen wurden, wird im Falle der Engineering-Sparte derzeit geprüft, ob eine Sanierung oder eine Fortführung des Betriebs möglich ist.

Als Masseverwalter wurde der Bregenzer Rechtsanwalt Andreas Droop eingesetzt. Gläubiger müssen ihre Forderungen bis zum 4. Jänner über den KSV1870 anmelden. Die entscheidende Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für Montag, den 18. Jänner 2027, angesetzt. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten der drei Tochterunternehmen auf über 30 Millionen Euro.