Graz stärkt Life-Sciences-Standort mit CORI-Institut unter Führung von Superti-Furga

30.04.2026


Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) setzt beim Aufbau ihres neuen CORI-Instituts in Graz auf einen der profiliertesten Biomediziner Europas. Giulio Superti-Furga, langjähriger Direktor des Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM) der ÖAW in Wien, wurde zum wissenschaftlichen Gründungsdirektor des Zentrums für Metabolismusforschung bestellt. Das Institut entsteht in einer Partnerschaft der Universität Graz, der Medizinischen Universität Graz und der Technischen Universität Graz und soll sich zu einem führenden europäischen Standort für die Erforschung von Stoffwechselprozessen entwickeln.

Das CORI-Institut – benannt nach den Nobelpreisträgern Gerty und Carl Cori, Ikonen der Stoffwechselforschung – konzentriert sich auf die systematische, experimentelle und molekularbiologische Analyse von Stoffwechselabläufen in Zellen. Diese Prozesse sollen mithilfe mathematischer Methoden modelliert werden, um gezielt in sie eingreifen und sie verändern zu können. Ziel ist es, neue therapeutische und technologische Lösungen insbesondere für Stoffwechselerkrankungen zu entwickeln und damit zentrale Herausforderungen der menschlichen Gesundheit anzugehen.

Superti-Furga bringt für den Aufbau des Grazer Instituts umfangreiche Leitungserfahrung mit. Der 1962 in Italien geborene Molekularbiologe war zwei Jahrzehnte Chef des CeMM in Wien und formte das Institut mit rund 300 Mitarbeitenden zu einem der renommiertesten Forschungszentren des Landes an der Schnittstelle von Biologie, Medizin und Datenwissenschaften. Er ist vierfacher ERC-Preisträger, Professor für Medizinische Systembiologie an der Medizinischen Universität Wien, Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien und Mitbegründer von fünf Biotechnologieunternehmen.

Zuletzt war Superti-Furga zudem am Aufbau eines Forschungszentrums der Ri.MED Foundation in Palermo beziehungsweise eines italienischen Zentrums für Biomedizinische Forschung und Biotechnologie auf Sizilien beteiligt. Diese Funktion hat er inzwischen zurückgelegt, um sich nun vollständig der Gründung und dem strategischen Aufbau des CORI-Instituts in Graz zu widmen. In räumlicher Nähe zu Universität Graz, Med-Uni und TU Graz soll dort ein interdisziplinäres Zentrum entstehen, das Metabolismusforschung mit datengetriebener Analyse verbindet und Österreichs Position in den Life Sciences weiter stärkt.

Elektro-Offensive trägt Mercedes-Benz – trotz Absatzminus in China

08.10.2026


Mercedes-Benz verzeichnet ein zunehmend zweigeteiltes Bild seiner weltweiten Fahrzeugverkäufe. Während die Konzernzahlen im dritten Quartal 2026 global rückläufig waren, meldet die Indien-Tochter ein Rekordquartal. In Indien setzte Mercedes-Benz im Zeitraum Juli bis September 5.422 Fahrzeuge ab, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zugleich der beste Quartalswert in der Geschichte des Unternehmens im Land. Von Januar bis September summierten sich die Verkäufe dort auf 15.190 Einheiten, rund 8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Auf Konzernebene dagegen schrumpften die Auslieferungen im gleichen Quartal. Weltweit setzte Mercedes-Benz 491.700 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab, ein Minus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Pkw-Geschäft allein sanken die globalen Verkäufe um 8 Prozent auf 407.200 Einheiten. Besonders belastend wirkte die Entwicklung in Asien und hier vor allem in China: In der Volksrepublik gingen die Pkw-Verkäufe um knapp ein Drittel auf 86.800 Fahrzeuge zurück, konzernweit meldete der Hersteller für Asien ein Minus von 25 Prozent auf 132.300 Autos. Ein Zuwachs in Europa und Nordamerika reichte nicht aus, um die Schwäche in China zu kompensieren.

Kontrastreich präsentiert sich auch das Bild in den oberen Preissegmenten. In Indien trugen Top-End-Luxusmodelle – darunter S‑Klasse, Mercedes‑Maybach, EQS Maybach SUV, G‑Klasse, V‑Klasse und AMG‑Modelle – maßgeblich zum Wachstum bei: Diese Klasse legte dort im Jahresvergleich um mehr als 13 Prozent zu und kam auf über ein Viertel des Gesamtabsatzes. Innerhalb dieses Segments nutzten laut Unternehmen fast drei Viertel der Kunden das MANUFAKTUR‑Personalisierungsprogramm. Die Performance-Marke AMG steigerte ihre Auslieferungen in Indien um mehr als 18 Prozent, das AMG G 63 erzielte den höchsten monatlichen Absatz seit Markteinführung. Global hingegen verzeichnete Mercedes-Benz im teuersten Segment aus S‑Klasse, Maybach und AMG ein deutliches Minus von gut 20 Prozent im dritten Quartal.

Stärker als die Verbrenner legten weltweit die batterieelektrischen Modelle zu. Vertriebs- und Marketingvorstand Mathias Geisen sprach von dem höchsten Quartalsabsatz vollelektrischer Pkw in der Unternehmensgeschichte; in Europa war nahezu jedes dritte verkaufte Auto rein elektrisch. Der elektrische GLC trug dabei überproportional zum Wachstum bei und vervielfachte seine Verkäufe gegenüber dem zweiten Quartal. In Indien setzt der Konzern seinen Fokus ebenfalls auf Elektrifizierung: Dort stehen die Markteinführung einer elektrifizierten S‑Klasse mit Auslieferungsstart Mitte Oktober sowie die Premiere des GLC BEV Anfang November an, die das Portfolio am Subkontinent weiter ausbauen sollen.

Die Transportersparte Vans erwies sich zuletzt als Stabilitätsanker. Mit einem Plus von 1 Prozent auf 84.400 Fahrzeuge hielt sich das Segment im dritten Quartal nahezu auf Vorjahresniveau. Insgesamt aber bleibt der Druck auf das Kerngeschäft hoch, da der Wettbewerb im wichtigen Markt China nach Konzernangaben intensiv und das Umfeld weiterhin schwierig ist. In dem Land gehören der GLC und die E‑Klasse zu den meistverkauften Baureihen des Herstellers und machen dort fast zwei Drittel der Pkw-Verkäufe aus. Die anhaltende Schwäche in China, die bereits im zweiten Quartal mit einem Absatzminus von rund 30 Prozent sichtbar war, unterstreicht für Mercedes-Benz die Bedeutung eines breiter diversifizierten Wachstums – mit Märkten wie Indien, in denen das Premium- und Luxusgeschäft derzeit gegensätzlich zum Trend zulegt.