EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist mit ihrem Vorstoß für eine assoziierte Mitgliedschaft Kanadas vorerst gescheitert. Kurz vor dem heute beginnenden EU-Kanada-Gipfel in Montreal wurde der entsprechende Begriff aus der geplanten Abschlusserklärung gestrichen. Mehrere EU-Staaten wehrten sich gegen diese Formulierung, da die genaue Bedeutung einer solchen Mitgliedschaft nicht klar definiert sei.
Bundeskanzler Merz und weitere EU-Regierungschefs haben die Pläne von der Leyen damit deutlich abgeschwächt. Die Führungskräfte bremsten die ursprünglichen Zusagen für eine engere institutionelle Anbindung des nordamerikanischen Landes. Dieser Schritt markiert eine politische Niederlage für die Kommissionspräsidentin unmittelbar vor dem Gipfeltreffen.
Anstelle der assoziierten Mitgliedschaft sieht der aktuelle Text nun vor, dass eine immer engere Anbindung Kanadas an die EU entwickelt werden soll. Die Zusammenarbeit soll dabei gezielt in strategischen Bereichen vertieft werden. Insbesondere die Kooperation in den Feldern Künstliche Intelligenz (KI), Bildung und Rohstoffe steht im Fokus der künftigen Agenda.
Die Entscheidung zeigt die internen Differenzen innerhalb der EU über die Ausgestaltung externer Partnerschaften. Während die Kommission eine neue Form der Integration anstrebte, setzten die Mitgliedstaaten auf eine vorsichtigere Formulierung. Damit bleibt die geplante assoziierte Mitgliedschaft auf Eis gelegt, während die bilaterale Zusammenarbeit fortgesetzt wird.



