Geringe Prämie, hohe Signalwirkung: Was das Ennoconn-Pflichtangebot für Kontron-Anleger bedeutet

11.06.2026


Der taiwanesische Technologiekonzern Ennoconn Corporation hat seine Beteiligung an der Kontron AG auf über 30 Prozent der Stimmrechte ausgebaut und damit ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre des Linzer Unternehmens ausgelöst. Wie Kontron mitteilte, plant Ennoconn, den Anteilseignern 23,50 Euro je Aktie in bar zu bieten. Das Papier der auf industrielle IT- und IoT-Lösungen spezialisierten Kontron ist an der Frankfurter Wertpapierbörse unter der ISIN AT0000A0E9W5 (WKN A0X9EJ) notiert.

Der Angebotspreis liegt Kontron zufolge 2,4 Prozent über dem Schlusskurs vom 9. Juni 2026 und nur geringfügig über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis von 23,48 Euro, auf den Ennoconn verweist. Kontron kündigte an, das Pflichtangebot, insbesondere die Angemessenheit der Konditionen, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu prüfen und dazu Stellung zu nehmen. Bereits seit gut einem Monat hatte das Management die Möglichkeit eines Übernahmeangebots in Aussicht gestellt, nachdem sich die Beteiligung von Ennoconn schrittweise erhöht hatte.

Im Vorfeld hatte Kontron ein Aktienrückkaufprogramm („Aktienrückkaufprogramm I 2026“) aufgelegt, im Rahmen dessen bis 5. Juni insgesamt 1.371.736 eigene Aktien zurückerworben wurden. Angesichts des anstehenden Pflichtangebots wird dieses Programm nun mit sofortiger Wirkung bis zur Durchführung des Angebots pausiert. Der Rückkauf war über ein beauftragtes Kreditinstitut an verschiedenen Handelsplätzen umgesetzt worden; Details zu den Transaktionen stellt Kontron auf seiner Investor-Relations-Website zur Verfügung.

Kontron-CEO Hannes Niederhauser hat signalisiert, dass er dem neuen Großaktionär nicht andienen will: Er werde das Pflichtangebot für seinen eigenen Anteil von rund 2,2 Prozent des Grundkapitals – das entspricht 1.393.963 Aktien – nicht annehmen, erklärte er. An der Börse reagierte der Markt zunächst verhalten: Die Kontron-Aktie schloss im Xetra-Haupthandel bei 22,40 Euro, zog im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate im Zuge der Nachricht jedoch auf 23,22 Euro an. Wie sich andere institutionelle und private Investoren gegenüber dem Angebot positionieren, bleibt vorerst offen.

Rotes Kreuz setzt auf Weltblutspendetag, um Engpässe in Spitälern zu verhindern

15.06.2026


Das Österreichische Rote Kreuz warnt vor Beginn der Urlaubssaison vor niedrigen Blutreserven und ruft die Bevölkerung dringend zum Spenden auf. Blut könne nicht künstlich hergestellt werden, eine Konserve sei nur 42 Tage haltbar und werde in Österreich im Schnitt alle 90 Sekunden benötigt, heißt es aus der Organisation. Ziel ist es, die Versorgung der Spitäler mit dem lebenswichtigen Notfallmedikament auch in den Sommermonaten abzusichern.

Bundesrettungskommandant Gerry Foitik verweist darauf, dass der Bedarf an Blutkonserven keinen Urlaub kenne. Blut werde nicht nur für Operationen benötigt, sondern ebenso für Geburten, Krebstherapien und die Behandlung verschiedener Erkrankungen. Gerade vor dem Sommer sei es daher wichtig, einen Termin zur Blutspende zu vereinbaren, betont Foitik. Spendenzeiten und -orte sind auf der Plattform blut.at gelistet, über die auch Terminreservierungen möglich sind.

Am Sonntag, dem 14. Juni, fallen Vatertag und Weltblutspendetag zusammen – ein Datum, das das Rote Kreuz für eine groß angelegte Aktion in Wien nutzt. In der „Arena 21“ im Museumsquartier (Museumsplatz 1, 1070 Wien) können Interessierte zwischen 10 und 12 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr Blut spenden. „Mit einer Blutspende retten Sie Leben“, sagt Simon Gänsdorfer, Leiter der Blutspende für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Die Aktion ist auch als Familienevent angelegt und soll insbesondere jüngere Menschen für das Thema sensibilisieren.

Begleitet wird die Veranstaltung im Museumsquartier von DJ-Musik, Vitamin-Mocktails, Gewinnspielen und einer Kids Area. Das Rote Kreuz setzt damit bewusst auf ein niederschwelliges Angebot, um Hemmschwellen beim Blutspenden zu senken und zusätzliche Zielgruppen anzusprechen. Neben der Sonderaktion am Weltblutspendetag bleibt die Blutspendezentrale in Wien (Wiedner Hauptstraße 32, 1040 Wien) ganzjährig geöffnet; auch in allen anderen Bundesländern bestehen laufend Möglichkeiten zur Blutspende.