
Das Thermenresort Loipersdorf in der Südoststeiermark stellt seine Eigentümer- und Managementstruktur neu auf. Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) will bei der Betreibergesellschaft einsteigen und künftig das operative Management der Therme, des Congress Loipersdorf sowie des angeschlossenen Hotels „Das Sonnreich“ übernehmen. Der Einstieg steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung, das entsprechende Verfahren läuft noch.
Im Zuge der Neuordnung soll das Resort künftig drei gleichberechtigte Eigentümer haben: Die bisherige Alleineigentümerin Granit Holding, die Merkur Versicherung und die FMTG sollen jeweils ein Drittel der Anteile halten. Merkur und FMTG erwerben dafür wesentliche Beteiligungen, Granit gibt Anteile ab. Die Partner sprechen von einer strategischen Zusammenarbeit mit dem Ziel, den traditionsreichen Standort langfristig weiterzuentwickeln und seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Betreiber verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der „Ur-Therme“ für die Region und das vorhandene Wachstumspotenzial. 2025 zählte Loipersdorf nach Angaben der Eigentümer 477.583 Gäste, knapp 20.000 mehr als im Jahr davor. Für Merkur und Granit ist der Einstieg von Falkensteiner ein Hebel, um gezielt in das Herzstück der steirischen Thermenlandschaft zu investieren, die Attraktivität des Standorts auszubauen und zusätzliche Wertschöpfung sowie Beschäftigung in der Region zu generieren.
Für Falkensteiner steht nach eigenen Angaben insbesondere das große Entwicklungspotenzial des Resorts im Fokus. Themen wie Gesundheit, Prävention, Regeneration und ganzheitliches Wohlbefinden würden für Gäste an Bedeutung gewinnen, heißt es aus dem Unternehmen. Das derzeit als „Das Sonnreich“ geführte Hotel soll in den kommenden Jahren schrittweise weiterentwickelt werden und ab 2027 als „4 Sterne Superior Falkensteiner Hotel Loipersdorf“ firmieren. Die Partner wollen die internationale Expertise der Gruppe nutzen, um dem Standort neue Impulse zu geben, ohne dabei die gewachsene Rolle Loipersdorfs innerhalb der steirischen Thermenregion in Frage zu stellen.

Der österreichische Markt für Fremdwährungskredite an private Haushalte ist nahezu ausgetrocknet. Laut aktueller Erhebung der Finanzmarktaufsicht (FMA) sank das wechselkursbereinigte Volumen im ersten Quartal 2026 um weitere 4,0 Prozent auf 5,09 Milliarden Euro. Damit entfallen nur noch 2,8 Prozent aller Kredite an private Haushalte auf Finanzierungen in Fremdwährung. Vor rund zwei Jahrzehnten zählte dieses Segment noch zu den Wachstumstreibern im Kreditgeschäft der Banken.
Auslöser für den Rückzug war der von der FMA im Herbst 2008 verhängte Neuvergabestopp für Fremdwährungskredite. Seit damals ist das Volumen dieser Kredite wechselkursbereinigt um 44,4 Milliarden Euro oder 92 Prozent geschrumpft. Auf dem Höhepunkt des Booms im Jahr 2006 waren nach FMA-Angaben fast ein Drittel (32 Prozent) aller aushaftenden Haushaltskredite in Fremdwährung denominiert. In der Finanzkrise 2008 entwickelte sich diese Konzentration zu einem Risiko für den gesamten österreichischen Bankensektor.
Heute bestehen praktisch alle verbliebenen Fremdwährungskredite – 99,1 Prozent – in Schweizer Franken, der Rest entfällt nahezu vollständig auf Kredite in japanischen Yen. Damit bleibt für Kreditnehmer das Wechselkursrisiko zentral. Der Schweizer Franken notierte im ersten Quartal 2026 im Durchschnitt bei rund 0,9194 je Euro; seit 2008 hat er gegenüber der Gemeinschaftswährung um etwa 80 Prozent aufgewertet. Diese deutliche Aufwertung hat in der Vergangenheit die Schuldenlast vieler Kreditnehmer erhöht, die ursprünglich auf Zinsvorteile gesetzt hatten.
Die FMA geht davon aus, dass der überwiegende Teil der noch aushaftenden Fremdwährungskredite zwischen 2029 und 2033 endfällig wird. Die Aufsicht fordert Banken auf, proaktiv zumindest einmal jährlich das Gespräch mit betroffenen Kundinnen und Kunden zu suchen. Kreditnehmer wiederum sollten diese Angebote nachdrücklich wahrnehmen, um rechtzeitig Optionen zur Risikobegrenzung – etwa Laufzeit- oder Strukturänderungen – zu prüfen. Damit könnte der lange, bereits seit der Finanzkrise laufende Abbau der Fremdwährungsengagements in den kommenden Jahren geordnet zu Ende geführt werden.