Österreichische Zulieferer stärken europäische Beteiligung an Mondflug

03.04.2026


Bei der NASA-Mondmission Artemis 2 ist erstmals in größerem Umfang Technologie aus Österreich mit an Bord. Das Grazer Unternehmen Magna hat Hochdruckleitungen für die Flüssigtanks des Space Launch System (SLS) geliefert, mit dem die Orion-Kapsel der Mission ins All gestartet wurde. Parallel dazu steuert die Wiener Hightech-Firma TTTech zentrale Komponenten für die sicherheitskritische Datenkommunikation bei und ist damit in das Herzstück der Missionsarchitektur eingebunden.

An die von Lockheed Martin gebaute Orion-Kapsel ist das European Service Module (ESM) angedockt, für das die Europäische Weltraumorganisation ESA verantwortlich zeichnet. Gefertigt wird das Modul von Airbus in Bremen. In dem Servicemodul sind das Haupttriebwerk für den Anflug der Crewkapsel auf den Mond, die Systeme zur Temperaturregulierung und Stromversorgung sowie die Treibstofftanks untergebracht. Zudem lagern dort die Sauerstoff- und Wasservorräte für die vierköpfige Besatzung, die während der gesamten Mission in der Orion-Kapsel untergebracht ist.

Die von TTTech entwickelte Technologie stellt die sicherheitsrelevante Datenkommunikation aller Lebenserhaltungs- und Steuerungssysteme sicher und fungiert damit als eine Art zentrales Nervensystem für Orion und ESM. Das Flugsteuerungssystem der Kapsel kommt von Honeywell Aerospace, mit dem TTTech seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Am Ende der Mission werden sich Orion und ESM kurz vor der Rückkehr zur Erde trennen; das Servicemodul verglüht anschließend in der Erdatmosphäre.

ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher, der aus Österreich stammt, betonte in einer ersten Reaktion die Bedeutung der Mission für Europa: Artemis 2 bestätige die entscheidende Rolle Europas bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond und der künftigen Erforschung des Weltraums. Die ESA sei stolz darauf, Seite an Seite mit ihren internationalen Partnern unter Führung der NASA zu stehen. Die Mission gilt damit auch als Signal für die industrielle Rolle Europas – und insbesondere österreichischer Zulieferer – in künftigen Mond- und Tiefraumprogrammen.

Philharmoniker planen Sommernachtskonzert – Stadt fährt Zuschuss deutlich zurück

02.04.2026


Das traditionsreiche Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker vor Schloss Schönbrunn ist für Juni 2026 gesichert – allerdings mit deutlich reduzierter Unterstützung durch die Stadt. Wien steuert heuer 100.000 Euro bei, nach 250.000 Euro im Vorjahr. Das kostenlos zugängliche Freiluftkonzert gilt als größtes Klassik-Event der Stadt und zieht regelmäßig mehr als 50.000 Besucherinnen und Besucher in den Schlosspark. Für 2026 ist der Termin mit 19. Juni bereits fixiert, inhaltliche Details wollen die Philharmoniker bis Mitte April bekanntgeben.

Die Zukunft der Veranstaltung war zwischenzeitlich unklar gewesen. Nach der Ende des Vorjahres kommunizierten Kürzung der Stadtsubvention hatte Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer die Durchführung des Konzerts als „ungewiss“ bezeichnet. Im Jahr davor entsprachen die 250.000 Euro der Stadt etwa zwölf Prozent der Gesamtkosten von rund zwei Millionen Euro. Den größten Anteil tragen private Sponsoren, zusätzlich fließen Mittel des Bundes. Wie die nun geringere Fördersumme kompensiert wird und ob es qualitative oder organisatorische Abstriche geben muss, ist laut einem Bericht des „Standard“ offen.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) positioniert die Entscheidung als Signal kulturpolitischer Verlässlichkeit trotz angespannter Rahmenbedingungen. „Gerade auch in weltwirtschaftlich herausfordernden Zeiten steht Wien zu seiner Kulturszene“, wird er zitiert. Möglich sei die Unterstützung durch „vorausschauende Wirtschaftspolitik und umsichtige Konsolidierung“ außerhalb des laufenden Kulturbudgets. Kunst und Kultur seien in Wien kein Eliteprogramm, sondern für alle zugänglich – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten. Der freie Eintritt zum Sommernachtskonzert bleibt deshalb zentraler Bestandteil des Formats.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) ordnet die Veranstaltung in eine Reihe weiterer publikumsträchtiger Großevents ein, die nicht direkt aus dem Kulturbudget bestritten werden, darunter das Filmfestival am Rathausplatz und das Wienliebe-Festival. Sie hatte die ursprüngliche Kürzung der Subvention als „nicht schön, aber verkraftbar“ bezeichnet. Dass nun doch wieder Geld aus der Stadt fließt – wenn auch in geringerem Umfang als bisher –, sichert der Kulturmetropole ein international beachtetes Schaufenster. Für die Wiener Philharmoniker bleibt das Sommernachtskonzert ein symbolträchtiger Termin, bei dem Wien seine Rolle als Welthauptstadt der Musik vor großem Live-Publikum und weltweiter Fernsehkulisse behaupten will.